Andreas „Ole“ Ohlendorff hatte ein bewegtes Leben bevor er zum Künstlerdasein kam. „Ich war Polizist, Roadie, Werftarbeiter, Kurierfahrer, Koch und Weltenbummler“, sagt er über sich selbst. 1990 packte ihn die Kunst, zuerst malte der 58-Jährige Biker-Zeichnungen mit Bleistift am Lüneburger Stintmarkt. Ein Ausflug nach London ließ den Mann, der sogar Zeiten seines Lebens Polizist war, nicht mehr los. Als er in seine Heimatstadt Winsen zurückkehrte, startete er das Projekt „Dead Rock Heads“, in dem er den Beatles-Musiker John Lennon, der erschossen wurde, zeichnete.
Seither sind über 130 Porträts von verstorbenen Musikern aus Rock, Pop, Beat, Blues, Jazz und Punk im Winsener Atelier entstanden. Über Janis Joplin, Freddy Mercury und den kürzlich verstorbenen Motörhead-Sänger Lemmy Kilmister – Ohlendorff hat sie alle porträtiert. Mal auf Leinwand, mal auf Sperrholz, mal mit Winsener Erde. Derzeit arbeitet der freischaffende Künstler am Bildnis David Bowies‘, der weltbekannte Sänger starb am 10. Januar infolge seines Krebsleidens. Im Video erzählt der Winsener worauf er bei Bowie das Hauptaugenmerk legt. Großer Bestandteil des Malprozesses ist das letzte Album des Musikers „Black Star“. Er veröffentlichte das melancholische Werk am Tag seines 69. Geburtstages, setzte sich darin explizit mit dem Tod auseinander. Zu diesem Zeitpunkt wusste noch niemand, wie krank David Bowie bereits war. Zwei Tage später starb er.