Begleitet von den kraftvoll-rhythmischen Klängen des Lüneburger Bläserensembles „Brass Riot“ zogen am späten Donnerstagnachmittag etwa 360 Menschen durch die Innenstadt: Sie alle demonstrierten am gestrigen „Internationalen Tag gegen Rassismus“ gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Ausländerfeindlichkeit. Zu der Aktion hatten im Vorfeld mehr als 30 Institutionen und Vereine eingeladen.
So beschwingt die Teilnehmer durch die Straßen zogen, so ernsthaft war ihr Anliegen: „Rassismus nährt Hass gegen vermeintlich „Andere“, Antisemitismus ist vielerorts wieder verstärkt zu sehen“ sagte etwa Dirk Garvels vom Deutschen Gewerkschaftsbund;
Tsepo Bollwinkel sorgte in seiner Ansprache am Sande für eine betroffene Stille, als er nacheinander die Namen der 50 Opfer des islamfeindlich motivierten Terroranschlags im neuseeländischen Christchurch nannte. Und Valentina Seidel von der Leuphana-Universität erklärte, dass viele hier im Land es sich nur schwer vorstellen können, rassistisch angefeindet zu werden. „Es ist ein Privileg, sich nicht mit Rassismus auseinandersetzen zu müssen. Viele von uns besitzen dieses Privileg, ohne sich dessen bewusst zu sein.“ Für andere jedoch sei Alltagsrassismus eine traurige Realität. Diesen zu bekämpfen, schrieben sich die Demonstranten gestern auf die Fahnen.